Stadionwelt hat alle an der „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ beteiligten Fangruppen um ein Kurzinterview gebeten. Die erhaltenen Antworten werden hier nach und nach veröffentlicht. Hier sind die Antworten aus Freiburg.
Stadionwelt: Warum macht Ihr bei der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ mit?
Natural Born Ultras: Es ist sicherlich nicht so, dass es jede Woche im Freiburger Block brennt. Dennoch kam in der Vergangenheit des Öfteren Pyrotechnik zum Einsatz, was nicht selten Kollektivstrafen und einiges an kontroversen Diskussionen zur Folge hatte. Eines der Ziele der Kampagne sollte sein, dass das Thema Pyrotechnik in Deutschland endlich differenzierter betrachtet und nicht als Handlung von Randalierern gebrandmarkt wird. Um hier überhaupt etwas erreichen zu können, ist es notwendig sich zu einer möglichst großen "Gruppe" zusammenzuschließen und an einem Strang zu ziehen. Hierdurch wird gezeigt, dass man das Thema konstruktiv angeht und die entsprechenden Gegenstellen kommen gar nicht umhin ebenfalls den Dialog zu suchen.
Stadionwelt: An der Kampagne sind verschiedene Ultràgruppen von Vereinen, die in unterschiedlichen Spielklassen spielen, beteiligt. Wie schätzt Ihr die Chancen für die Umsetzung der Forderungen der Kampagne bei Euch vor Ort ein?
NBU: Kurz- bis mittelfristig tendieren die Chancen bei uns hier in Freiburg sicherlich gegen null, so realistisch sollte man schon sein. Es gab schon in der Vergangenheit immer wieder Gespräche über Pyrotechnik mit den Vereins-Verantwortlichen, dabei wurde aber schnell deutlich, dass bei diesem Thema sofort die Alarmglocken schrillen. Im Prinzip wird das hier immer noch mit Randalen, Kriminalität usw. gleichgesetzt. Schaut man sich diverse Pyroaktionen im vergangenen Jahr mit den dazugehörigen Presseartikeln an, kann man das sogar irgendwo nachvollziehen. Umso wichtiger ist es, dass einerseits alle Unterzeichner der Aktion tatsächlich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik hinwirken und es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt und andererseits auch die Medien von ihrer undifferenzierten Negativberichterstattung wegkommen.
Langfristig gesehen könnte man sich schon vorstellen dass sich auch bei uns etwas tut, sofern die Richtlinien etc. tatsächlich vom DFB gelockert werden und Pyrotechnik in den Medien nicht mehr als das Böse in Person dargestellt wird.
Stadionwelt: Wie habt Ihr die Kampagne am letzten Wochenende bekannt gemacht und welche weiteren Aktionen sind von Euch eventuell noch geplant?
NBU: Im Vorfeld wurde eigentlich nicht viel bekannt gegeben. Wie überall auch in Deutschland wurden auf den einzelnen Webseiten die entsprechende Erklärung veröffentlicht. Am Spieltag selbst gab es dann eben das Spruchband + diverse Aushänge im Stadion zur Thematik.
Es gibt Überlegungen zu weiteren Aktionen, aber das wird sich dann zeigen.
(Stadionwelt, 17.12.2010)
Hier geht es zum großen Interview mit einem Vertreter der Kamapgne "Pyrotechnik legalisieren - Emotinen respektieren":
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